Durch die engen Gassen des Engadiner Bergdorfes Guarda hallt das Glockengeläut. Kinderstimmen vereinen sich immer wieder zu einem und singen alte Rätromanische Lieder. Am Strassenrand stehen die stolzen Eltern und Grosseltern und denken wohl oft an die Zeiten zurück, an denen sie selbst am Chalandamarz mitgelaufen sind. Zumindest die Väter, denn Frauen sind noch nicht lange am Umzug erlaubt.
Es ist der 1. März. Ein Tag, an dem in vielen Bündner Dörfern der Winter ausgetrieben und der Frühling willkommen geheissen wird. Der Brauch ist so alt wie die Besiedlung der Bergtäler und so verschieden, wie die Bewohner eben dieser. Auf den Spuren von Schellenursli begaben wir uns Anfangs März ins Engadiner Dorf Guarda. Hier wird der Winter wie aus dem Buch von Selina Chönz und Alois Carigiet vertrieben. Schüler laufen mit ihren Kuhglocken durch das Dorf, um jeden Brunnen einmal rundherum und an verschiedenen Plätzen werden Lieder angestimmt.
Für nau hielten wir die Tradition mit Kamera und Interview fest:
Carmen Wenger
Lara Marty
01. März 2018